Martin Stut's Blog

Random Notes about Information Technology

Deutsche Telefonnummern aus dem Ausland anrufen

Wenn du als Deutscher längere Zeit im Ausland lebst, entsteht öfter mal der Bedarf, eine normale deutsche Telefonnummer anzurufen, z.B. Angehörige die keine Messenger-App installieren wollen oder Behörden/Banken die für dein Anliegen nur telefonisch erreichbar sind – Papierpost ist oft zu langsam oder unzuverlässig.

Du bekommst hier eine Liste von Optionen aufgezeigt, einschliesslich einer kurzen Bewertung wann sie jeweils sinnvoll sind und wie hoch der Aufwand ist. Die Liste ist grob nach Einrichtungsaufwand sortiert.

Hier steht keine detaillierte Anleitung wie du sie einrichtest. Das ist Stoff für jeweils einen Blogpost pro Option.

Die weitaus meisten Optionen nutzen das Internet für die Langstrecken-Verbindung von deinem Gastland nach Deutschland. Du solltest also Internet-Techniken (Smartphone-Apps etc.) etc. nutzen können und wollen.

Fragen vorab

Um abschätzen zu können, welche Optionen für dich sinnvoll sind, ist es hilfreich, wenn du dir vorab folgende Fragen über deinen Bedarf und deine Möglichkeiten beantwortest:

  • Ist die Internetverbindung von dir im Gastland nach Deutschland gut oder sehr gut? Es geht nicht um besonders hohe Bandbreite (ein Telefongespräch braucht ja nur 80 Kilobit pro Sekunde pro Richtung), sondern um geringen Paketverlust und gleichmäßige Paketlaufzeit („ping“).
  • Wie viele Minuten pro Monat telefonierst du ungefähr auf diesem Weg nach Deutschland? Mehr als 100?
  • Musst du auf diesem Weg auch Schweizer Nummern anrufen können?
  • Welche Kosten sind für dich akzeptabel (Grundgebühr, Minutengebühr)?
    • Sind 12 Euro pro Monat o.k. oder lieber 1 Euro pro Monat plus 10 Cent pro Minute in deutsche Mobilnetze?
    • Oder bist du bereit, erheblichen Einrichtungsaufwand zu treiben um Geld in dieser Grössenordnung einzusparen?
  • Hast du ein deutsches Bankkonto, von dem du die Gebühren abbuchen lassen und ggf. auch vom Gastland aus Überweisungen auslösen kannst?
  • Ist eine aufwändige Softwareinstallation mit zahlreichen Parametern und Tests für dich akzeptabel?
  • Ist es für deine deutschen Gesprächspartner akzeptabel, wenn sie deine Nummer als „anonym“ sieht? Wenn nein, brauchst du eine deutsche Telefonnummer:
    • Darf die angezeigte Nummer eine deutsche Mobilnummer sein oder sollte/muss es eine deutsche Festnetznummer sein? (Für Angehörige ohne Flatrate kostet es typisch 20 Cent pro Minute eine deutsche Mobilnummer anzurufen.)
    • Bist du unter der anzuzeigenden Nummer jetzt schon direkt erreichbar, ggf. nach Vorbereitung? (Das ist Voraussetzung damit du sie bei Voip2GSM zur Anzeige registrieren kannst.)
  • Musst du aus dem normalen deutschen Telefonnetz aus anrufbar sein? Wenn ja, brauchst du eine deutsche Telefonnummer:
    • Darf es eine Mobilnummer sein (einfach+preisgünstig für dich, teuer für Anrufer aus dem Festnetz) oder sollte es aus dem Festnetz sein (aufwändiger für dich einzurichten, viel preisgünstiger für Anrufer aus dem Festnetz)?
    • Ist eine Terminabsprache vor ankommenden Anrufen akzeptabel, damit du kurz vor dem Termin z.B. eine erforderlich App starten oder dein Smartphone umkonfigurieren kannst?
      • Ohne Absprache würde der Anrufer nur einen Anrufbeantworter erreichen.
  • Musst Du SMS empfangen und senden können? Wenn ja, brauchst du eine deutsche Mobilfunknummer und eine Technik die SMS verarbeiten kann – derzeit nur WLAN-Call.
  • Hast Du einen aktiven deutschen Mobilfunkvertrag und hast du die zugehörige SIM-Karte (oder eSIM) in deinem Gastland dabei, so dass du sie bei Bedarf in ein vorhandenes Smartphone stecken kannst? Wenn ja:
    • Unterstützt dein Mobilfunkvertrag WLAN-Call? (Aldi-Talk und Congstar Prepaid können es, ca. die Hälfte aller Neuverträge kann es nicht)
    • Unterstützt dein Smartphone WLAN-Call? (mein 2018er Mittelklasse-Nokia kann es nicht, das 2022er Billig-Samsung kann es)
    • Hast du ein zweites (vielleicht dein „deutsches“) Smartphone, das WLAN-Call unterstützt, in das du die deutsche SIM-Karte dauerhaft einlegen kannst und das du nicht für den Mobilfunk deines Gastlandes brauchst? Das wäre ideal für die Option „WLAN-Call“.
  • Wenn du eine deutsche Telefonnummer brauchst:
    • Hast Du eine deutsche Adresse auf die du eine deutsche Telefonnummer registrieren kannst?
      • Wenn nein, funktionieren manche Optionen nicht – oder du bewegst dich am Rande der Legalität und brauchst einen „Strohmann“.
      • Würde ein Brief an dich (ohne Adresszusatz „c/o Schwager“ !) dort ankommen (steht dein Name auf dem Briefkasten?) und würden die Leute dort dir ggf. den Inhalt fotografieren und zumailen?
  • Hast du eine befreundete Gegenstelle in Deutschland mit FritzBox?
    • Hat diese FritzBox eine öffentliche IPv4-Adresse? (Fernsehkabel- und Glasfaseranschlüsse haben das oft nicht!)
    • wenn nein: hat dein Internetzugang im Gastland IPv6-Konnektivität?
  • Für alle halbwegs kostengünstigen Optionen gilt:
    • Du brauchst eine gute Internet-Verbindung von deinem Aufenthaltsort nach Deutschland.
    • Du brauchst ein Smartphone oder einen Computer (je nach Option).
    • Du kannst und willst einen gewissen Einrichtungsaufwand, Bürokratie und Programmeinrichtung, in Kauf nehmen.

Option: Roaming

Du nutzt deinen deutschen Mobilfunkvertrag einfach im Gastland.

Sinnvoll wenn …

  • du nur ganz wenige Gespräche und keine mobilen Daten nutzt.
  • du nur ankommende SMS, aber keine Gespräche, zu empfangen brauchst.
  • dir einfache Einrichtung sehr viel wichtiger ist als geringe Kosten.
  • du keine Internet-Verbindung und keine SIM-Karte des Gastlandes hast.
  • du in einer extremen Notsituation bist, in der du keine Zeit oder Möglichkeit hast, eine der anderen Optionen einzurichten.

Voraussetzungen: gering

  • deutscher Mobilfunkvertrag in dem Roaming freigeschaltet ist
  • Mobilfunkanbieter im Gastland, der mit deinem deutschen Mobilfunkanbieter einen Roaming-Vertrag hat
  • dringend empfohlen: deutscher Prepaid-Vertrag, nicht Postpaid (auf Rechnung)
    • oder sehr dickes Bankkonto

Kosten: extrem teuer

  • typisch 3 Euro pro Minute für abgehende Gespräche
  • typisch 2 Euro pro Minute für ankommende(!) Gespräche
  • zur Begrenzung der Kosten ist ein deutscher Prepaid-Vertrag sehr empfehlenswert
    • so dass bei einem langen Gespräch oder Handhabungsfehler schlimmstenfalls das einbezahlte Guthaben weg ist und nicht gleich ein Monatsgehalt vom Bankkonto abgeht.

Einrichtungsaufwand: keiner

  • Dein Mobiltelefon bucht sich wenige Minuten nach dem Einschalten in das Gastnetz ein.

Handhabungsaufwand: keiner

  • Du kannst telefonieren wie wenn du in Deutschland wärst.
  • Du musst nur aufpassen, dass du bei Anrufen nach Deutschland die Landesvorwahl +49 hinzufügst, also z.B. nach Berlin nicht 030 sondern +4930 wählst.

Tonqualität: ideal, wie im deutschen Netz

Option: WLAN-Call

(detailliert beschrieben in WLAN-Call – ein wenig bekannter Weg um im Ausland zu telefonieren wie im Heimatland)

Methode, um einen vorhandenen deutschen Mobilfunkvertrag überall zu nutzen wo es WLAN gibt, wie wenn du in Deutschland wärst

  • ohne deutschen Mobilfunkmast und ohne Roaming
  • zu Gebühren als ob du in Deutschland wärst
  • ankommend und abgehend
  • mit der eigenen deutschen Mobilfunknummer

Sinnvoll wenn …

  • du SMS brauchst (Banken!).
  • du deine vorhandene deutsche Mobilfunknummer verwenden möchtest.
  • du am besten ein separates Smartphone hast, das WLAN Call unterstützt.

Voraussetzungen: mittelhoch

  • Du hast einen deutschen Mobilfunkvertrag, der WLAN-Call unterstützt.
  • Das Smartphone muss WLAN-Call unterstützen und entsprechend eingerichtet sein.
    • Die meisten heutigen Smartphones können es.
      • Ein 2018er Mittelklasse Nokia kann es nicht.
      • Ein einfaches 2022er Samsung kann es.
  • Du kannst ankommende Gespräche zeitlich absprechen/erwarten.
    • Du musst dein Smartphone vorbereiten/umstellen um empfangsbereit zu sein, ohne horrende Roaming-Kosten zu verursachen.
  • Warm empfohlen: Du kannst ein separates Smartphone nur für die deutsche SIM-Karte reservieren.
    • z.B. dein „deutsches“ Smartphone.
    • Dann brauchst du nicht zwischen Gastland-SIM und deutscher SIM hin und her zu schalten.
      • Ein Fehler würde hohe Roaming-Kosten verursachen.

Kosten: wie wenn du in Deutschland mobil telefonierst

  • monatliche Grundgebühr deines deutschen Mobilfunkvertrags
  • Gesprächsgebühren pro Minute deines deutschen Mobilfunkvertrags, wie wenn du in Deutschland wärst.
    • Wenn dein deutscher Mobilfunkvertrag eine Flatrate enthält (häufig), fallen also keine Gesprächsgebühren an.
  • Tücke: Anrufe ins Gastland sind sehr teuer, weil sie ein Gespräch von Deutschland ins Gastland sind.
  • Bei Handhabungsfehlern passiert automatisch Roaming und es wird teuer.

Einrichtungsaufwand: gering

  • In den Einstellungen des Smartphone für die deutsche SIM-Karte
    • WLAN-Call einschalten,
    • sicherheitshalber Roaming abschalten.
  • kein extra Vertrag oder App erforderlich

Handhabungsaufwand pro Anruf: umständlich falls du Kostenschutz möchtest

in den Einstellungen des Smartphones.

  • Vor Beginn der Anrufe/SMS:
    • Wärmstens empfohlen: Smartphone in Flugmodus versetzen (Roaming-Kosten verhindern).
    • Deutsche SIM aktiv schalten, Gastland-SIM inaktiv schalten.
    • Empfohlen: Für deutsche SIM Roaming abschalten.
    • WLAN einschalten.
    • Im Bildschirm des Smartphones abwarten/prüfen ob sich die deutsche SIM-Karte per WLAN anmeldet.
    • Deutsche SIM-Karte als Vorgabe für abgehende Anrufe und SMS setzen.
  • Anruf/SMS abwarten bzw. tätigen.
  • Nach Ende der Anrufe wieder zurück stellen:
    • Deutsche SIM-Karte inaktiv schalten, Gastland-SIM aktiv schalten
    • Gastland-SIM-Karte als Vorgabe für abgehende Anrufe/SMS setzen.
    • Flugmodus beenden
  • Der Aufwand lässt sich vermeiden, indem du
    • ein separates „deutsches“ Smartphone für die deutsche SIM-Karte verwendest, das
    • dauerhaft im Flugmodus, aber mit aktiviertem WLAN läuft.
  • Bei Fehlern gibt es leider keine Warnung sondern hohe Roaming-Gebühren
  • dringende Empfehlung: Smartphone in Flugmodus versetzen und nur WLAN einschalten

Tonqualität: gut, u.U. sogar besser als im deutschen Mobilfunknetz

Option: Satellite.me

Smartphone-App, die ohne SIM-Karte über das Internet eine fast vollwertige deutsche Mobilfunknummer realisiert.

Satellite ist eine Tochtergesellschaft des deutschen Internet-Telefonie-Pioniers Sipgate.

Sinnvoll wenn …

  • du preisgünstig telefonieren möchtest
    • auch ins Ausland (60 Länder, Schweiz ist nicht dabei!)
  • du eine deutsche Mobilfunknummer möchtest
  • ankommende Gespräche jederzeit, auch unvorbereitet, funktionieren sollen
    • du brauchst nur eine Internet-Verbindung
      • z.B. mobile Daten deines Gastlands oder WLAN
  • du auf SMS verzichten kannst (Bank?)
  • du nicht in die Schweiz anrufen musst
  • ankommende Gespräche auf eine Mobilnummer, keine Festnetznummer, gehen dürfen.
    • Das ist teuer (20 Cent pro Minute) für Angehörige mit Festnetz.

Voraussetzungen: gut machbar

  • Smartphone (nicht am PC/Mac nutzbar)
  • Deutsche Adresse
    • Ohne die bekommt man bei keinem Anbieter eine deutsche Telefonnummer.
      • Das ist eine Vorgabe der Bundesnetzagentur an die Telefonieanbieter.
    • An diese Adresse „Vorname Nachname, Straße Hausnummer, PLZ Ort“ wird ein Papierbrief mit einem Freischaltcode geschickt.
      • Kein „c/o Schwiegereltern“ zulässig!
      • Der eigene Nachname muss also auf dem Briefkastenschild stehen.
      • Das Warten auf diesen Freischaltbrief dauert ein paar Tage länger als du erwartest.
      • Deine Angehörigen dort müssen den Brief öffnen und dir den enthaltenen Freischaltcode innerhalb weniger Tage übermitteln.
        • Am besten die Aktion mit den Angehörigen vorher absprechen, die den Brief dann abfotografieren und mailen.

Kosten: sehr günstig

  • Keine Minutengebühren.
  • 100 Minuten pro Monat kostenlos
  • Wenn du mehr brauchst, kannst du unbegrenzt Minuten für 5 € pro Monat buchen („Flatrate+“),
    • zu bezahlen über Google Play bzw. Apple ID.
      • Google Play Guthabenkarten kann z.B. ein Helfer im deutschen Supermarkt kaufen, freirubbeln, fotografieren und das Foto zu dir ins Gastland schicken.

Einrichtungsaufwand: relativ einfach, aber etwas langwierig

  • App installieren
  • persönliche Daten eingeben, insbesondere Adresse in Deutschland
  • auf den Papierbrief mit dem Freischaltcode warten
  • Freischaltcode in die App eingeben

Handhabung: einfach. Wie die normale Telefon-App.

  • Nachrichten auf den Anrufbeantworter kommen per E-Mail als WAV-Dateianhang.

Tonqualität: gut, wenn die Internetverbindung einigermaßen stabil ist.

Auch Android-Geräte haben gute Tonqualität.

Option: Apps wie Yolla oder mytello

Smartphone-App mit Verbindung ins Telefonnetz (nur abgehend)

  • Dienstleister sind eher kleine Firmen.
  • Ich habe keine persönliche Erfahrung damit.
    • Alles was hier steht stammt aus Web-Recherchen, ohne Tests.
    • Die Option wird hier erwähnt, weil im Ausland lebende Deutsche danach fragen.

Sinnvoll wenn …

  • du keine ganz langen Gespräche führst.
  • dir einfache Einrichtung wichtiger ist als geringe Kosten.
  • du auch in die Schweiz telefonieren musst.
  • du keine deutsche Telefonnummer brauchst.
  • du keine ankommenden Anrufe erwartest.
  • du keine SMS brauchst.

Voraussetzungen: gering

  • Smartphone
    • manche Anbieter ermöglichen auch Nutzung mit PC

Kosten: etwas gehoben, aber erträglich

  • i.d.R. keine Grundgebühren
  • etwas gehobene Gesprächsgebühren:
    • (1-3 Cent/Minute ins deutsche Festnetz, 5-12 Cent/Minute in deutsche Mobilnetze)
    • Manche Anbieter verlangen eine Verbindungsgebühr pro Gespräch
      • (z.B. 5 Cent bei mytello),
      • haben aber dafür deutlich geringere Minutengebühren.

Einrichtungsaufwand: theoretisch relativ einfach,

  • praktisch keine Erfahrung.

Handhabungsaufwand: theoretisch einfach,

  • praktisch keine Erfahrung.

Tonqualität: sehr gut bis unbrauchbar,

  • je nach Anbieter und Internet-Verbindung.
  • Zu ein und der selben App gibt es Bewertungen von „super“ bis „nicht verstehbar“.

Option: Easybell.de

Vollwertige deutsche Festnetznummer, die über das Internet (SIP-Protokoll) nutzbar ist.

  • Absenderufnummer frei einstellbar(!)
  • eigene Smartphone-App
  • anrufbar mit Festnetznummer(!)
  • kann Fax (Faxe kommen als E-Mail mit PDF-Anhang)
  • kann die Gespräche verschlüsseln

Sinnvoll wenn …

  • du über eine Festnetznummer ankommend erreichbar sein willst.
  • du in die Schweiz anrufen musst.
  • ein deutlicher Einrichtungsaufwand akzeptabel ist,
    • meist auf der Easybell-Weboberfläche.

Voraussetzungen: gehoben

  • Dein Gastland toleriert Internet-Telefonie, insbesondere SIP,
    • oder du hast ein VPN (Proton, Nord, …), das allerdings die Tonqualiät verschlechtert.
  • deutsches Bankkonto
    • Bezahlung nur per Lastschrift
  • deutsche Adresse um die Telefonnummer zu registrieren
    • die Festnetznummer bekommt eine Vorwahl aus dem Ortsnetz deiner deutschen Adresse

Kosten: überschaubar

  • es gibt verschiedene Preismodelle, z.B.
    • Call start: 1 Euro pro Monat Grundgebühr (für die Festnetznummer), 1 Cent pro Minute ins deutsche Festnetz, 10 Cent pro Minute in deutsche Mobilnetze
    • Call allnet: 12 Euro pro Monat Grundgebühr, alle Gespräche in deutsche Fest- und Mobilnetze inklusive

Einrichtungsaufwand: hoch, etwas Bürokratie, relativ komplexe Technik

  • bei der Bestellung etc. musst du eine deutsche Adresse angeben, sonst gibt es keine deutsche Telefonnummer
  • durch die Easybell-Web-Konfiguration kämpfen
    • den Unterschied zwischen Telefonnummer und Endgerät verstehen lernen
    • Passworte setzen etc.
    • den Anrufbeantworter einzurichten ist kompliziert
    • du kannst einen großen Teil dieses Aufwands durch einen Helfer in Deutschland erledigen lassen
  • App auf dem eigenen Smartphone installieren und koppeln.
    • in der App muss man u.U. die Lautstärke sorgfältig einstellen

Handhabungsaufwand: gut.

  • Die Easybell-App ist so einfach wie die normale Telefon-App.
  • Die Easybell-App hat ein paar „raue Ecken“, z.B. Lautstärkeeinstellungen, abhängig vom Hersteller deines Smartphones.
  • Klingelverzögerung bei ankommenden Anrufen:
    • Manchmal klingelt dein Smartphone erst, wenn der Anrufer schon 4 mal Klingeln gehört hat.
    • Anrufer, die das nicht wissen, legen auf, bevor du die Chance hattest, dein Smartphone zu greifen.

Tonqualität: brauchbar, auch bei mäßigen Internet-Verbindungen

  • bei manchen Android-Geräten verzerrt oder mit Echo, schlechter als mit Satellite oder normalem Mobilfunk.

Option: Voip2GSM.eu

IP-basierter Telefonanschluss mit zahlreichen Möglichkeiten und günstigen Tarifen

  • sehr günstige Minutentarife, z.B. in deutsche Mobilnetze 3 Cent pro Minute
  • Absendenummer kann selbst gesetzt werden, ist aber nicht erforderlich
    • Voip2GSM holt Bestätigung durch Kontrollanruf mit Freischaltcode ein; an der Absendernummer musst also der Einrichter antworten.
  • ankommend erreichbare Festnetznummer gegen Gebühr (1 € pro Monat) erhältlich

Sinnvoll wenn …

  • du nicht ganz viele abgehende Gespräche führst (so dass sich Easybell allnet für 12 Euro pro Monat nicht lohnt), aber trotzdem günstige Preise möchtest.
  • abgehende Gespräche zu diversen Destinationen, insbesondere Mobilfunk und Ausland, auch Schweiz, nötig sind.
  • du einen hohen Einrichtungsaufwand akzeptierst.
  • Easybell zu teuer ist, du aber keine Flatrate brauchst.
  • du keine deutsche Telefonnummer bekommen kannst oder willst.

Voraussetzungen: mittel bis hoch

  • Dein Gastland toleriert Internet-Telefonie, insbesondere SIP,
    • oder du hast ein VPN (Proton, Nord, …), das allerdings die Tonqualiät verschlechtert.
  • Bankkonto im SEPA-Raum.
    • Bezahlung nur sinnvoll per SEPA-Banküberweisung, notfalls Lastschrift.

Kosten: sehr günstig, aber keine Flatrate

  • Gesprächsgebühren pro Minute, günstig, z.B. ins deutsche Festnetz 0,3 Cent/Minute, in deutsche Mobilnetze 3 Cent/Minute
  • Festnetzrufnummer: 5 Euro für 2 Jahre

Einrichtungsaufwand: erheblich

  • komplizierte Webseite
  • es gibt keine App vom Betreiber
    • aber: Linphone funktioniert relativ einfach
    • man muss selber herausfinden, welches Programm mit welchen Einstellungen funktioniert
    • funktionierende Apps können nach einem App-Update aufhören zu funktionieren
  • am einfachsten: an einer FritzBox einrichten.
    • Die FritzBox kann man auch in Deutschland einrichten und dann ins Gastland transportieren.
    • An der FritzBox kann dann ein normales Telefon mit oder ohne (DECT) Kabel laufen.

Handhabungsaufwand: gut, im Detail von App/Endgerät abhängig

Tonqualität: o.k., stark abhängig von der verwendeten App

Option: VPN zu einer FritzBox in Deutschland

Angehörige in Deutschland lassen dich ihren normalen Telefonanschluss mitbenutzen, an dem eine FritzBox als Router und Telefonanlage arbeitet (sehr verbreitet):

  • Dein Smartphone verbindet sich per VPN mit dieser FritzBox.
  • Du benutzt die FritzApp Fon auf deinem Smartphone zum telefonieren.
  • Deine Angehörigen lassen dich eine ihrer Rufnummern mitbenutzen.

Sinnvoll wenn …

  • du sehr viel in das deutsche Festnetz telefonierst.
  • du eine deutsche Festnetznummer brauchst, aber z.B. keine Adresse in Deutschland hast,
    • so dass Easybell nicht in Frage kommt.
  • du kein deutsches Bankkonto im Zugriff hast.
  • ankommende Anrufe (nur) zu vereinbarten Zeiten stattfinden, so dass Du als Vorbereitung das VPN und die FritzApp Fon starten kannst.
  • äusserst hoher Einrichtungsaufwand akzeptabel ist.

Kosten: Null bis gering

  • keine direkten Gebühren
  • deine deutschen Angehörigen zahlen eventuelle Gesprächsgebühren die du verursachst
  • evtl. müssen deine Angehörigen ihren Internet-Tarif vergrössern (10-20 € pro Monat) damit du deren FritzBox per VPN überhaupt erreichst

Voraussetzungen: hoch bis sehr hoch

  • Die Internet-Verbindung von dir im Gastland nach Deutschland ist nicht nur gut sondern sehr gut.
  • Deine Angehörigen sind bereit,
    • dich auf ihre Kosten telefonieren zu lassen,
    • eine ihrer Telefonnummern für dich zu reservieren.
  • Deine Angehörigen in Deutschland haben einen Internet-Anschluss mit öffentlich erreichbarer IPv4-Adresse. Das wird immer seltener.
    • die Adresse muss nicht konstant sein; der bei DSL übliche tägliche Wechsel ist o.k.
    • nur noch bei der Deutschen Telekom selbstverständlich.
    • besonders Glasfaser- und Fernsehkabelanschlüsse haben oft nur noch IPv6 und nutzen für das ältere IPv4 Brückenverfahren namens DS-Lite oder CGN (Carrier Grade NAT).
    • Für eine öffentlich erreichbare IPv4-Adresse muss man oft einen Business-Tarif wählen, der 10-20 € pro Monat extra kostet.
      • Zum Vergleich: für den Aufpreis bekommt man bei Easybell schon die Flatrate in alle Mobilnetze (12 € pro Monat).
  • Alternativ zur öffentlich erreichbaren IPv4-Adresse der FritzBox: dein Internet-Provider im Gastland stellt IPv6 bereit. Das ist je nach Land völlig selbstverständlich oder völlig unüblich.
  • Deine Angehörigen haben als Router und Telefonanlage eine große, einigermaßen moderne FritzBox, z.B. 7530, 7590, 7690 (häufig).
  • Deine Angehörigen haben jemanden mit guten IT-Kenntnissen an der Hand, der dynamisches DNS und ein Wireguard-VPN an der FritzBox einrichten kann.

Einrichtungsaufwand: äußerst hoch

  • Sicherstellen, dass eine öffentlich erreichbare IPv4-Adresse vorhanden ist.
  • Dynamisches DNS (z.B. mit myfritz.net) auf der FritzBox einrichten.
  • Wireguard VPN auf der FritzBox einrichten.
  • Wireguard auf deinem Smartphone einrichten.
  • FritzApp Fon auf Deinem Smartphone einrichten.
  • FritzApp Fon auf der FritzBox als Nebenstelle einrichten.
    • Das geht viel einfacher wenn das Smartphone im WLAN der FritzBox ist,
      • z.B. während eines Deutschland-Aufenthalts.
  • auf der FritzBox die Nebenstelle mit einer Telefonnummer verknüpfen.
    • Welche Nummer soll abgehend signalisiert werden?
    • Bei welchen ankommend gerufenen Nummern soll deine FritzApp klingeln?

Handhabungsaufwand: hoch, aber weniger als bei WLAN-Call

  • VPN einschalten, prüfen.
  • FritzApp Fon starten.
  • Jetzt kommen Anrufe an und du kannst anrufen.

Tonqualität: grenzwertig

  • Die Internet-Verbindung muss sehr gut sein, sonst gibt es nervige Aussetzer;
    • z.B. gibt es in einem deutsches 4G-Mobilfunknetz mit nur 2 Balken Empfang erhebliche Aussetzer.
      • Zum Vergleich: Easybell funktioniert dann noch völlig stabil.

Du kannst all diese Optionen kombinieren,

was dann aber natürlich die Summe der Grundgebühren und des Einrichtungsaufwands bedeutet.
Z.B. nutze ich, als experimentierfreudiger IT-ler mit Hobby Telefonkostenoptimierung, unterwegs für:

  • abgehende Telefonate (ausser Schweiz): Satellite.me .
  • ankommende Telefonate: Easybell (Nebenstelle einer Cloud-Telefonanlage einer befreundeten Organisation).
  • SMS und wichtige Gespräche (Bank o.Ä., die irritiert wären wenn sie nicht eine deutsche Mobilnummer sehen): WLAN-Call mit dem vorhandenen Aldi-Talk Mobilfunkvertrag.
  • lange Gespräche ins deutsche Festnetz (z.B. mit meiner Frau): VPN zur Fritz-Box zu Hause.
  • Gespräche in die Schweiz: VoIP2GSM, eingerichtet auf jener FritzBox, die ich per VPN erreiche.
  • Für deine Situation reichen wahrscheinlich weniger Optionen…

Zusammenfassung

Zu verschiedene Situationen passen verschiedene Optionen. Wenn du die Wahl hast, in dieser Reihenfolge:

  • Wenn alle Gesprächspartner ein Smartphone haben und eine App installieren (lassen) und bedienen können: Signal. Das bietet den besten Datenschutz, die beste Tonqualität und kostet nichts, hat aber keine Telefonnummer und kann auch nicht zu Telefonnummern anrufen.
  • Wenn eine deutsche Mobilnummer (abgehend und ankommend nutzbar) ausreicht, du keine SMS brauchst und keine abgehenden Gespräche zu Schweizer Telefonnummern führst: Satellite.me .
  • Wenn du SMS brauchst: WLAN-Call, notfalls Roaming (teuer, SMS z.T. unzuverlässig).
  • Wenn dein deutscher Mobilfunkvertrag vernünftige Konditionen bietet und es reicht, dass du nur unter der deutschen Mobilnummer erreichbar bist und du möglichst ein separates Smartphone mit der deutschen SIM-Karte hast: WLAN-Call.
  • Wenn du unter einer deutschen Festnetznummer ohne Terminplanung erreichbar sein möchtest und gewisse Kosten (1 bzw. 12 Euro pro Monat zzgl. bzw. inkl. Minutengebühren) akzeptabel sind: Easybell.de .
  • Wenn du in die Schweiz anrufen musst: Voip2GSM (günstig), Easybell, notfalls WLAN-Call.
  • Wenn du viel, aber unter 12 Euro pro Monat, in Mobilnetze anrufst oder Auslandsdestinationen häufig sind und du einen mittelhohen Einrichtungsaufwand akzeptierst: Voip2GSM.
  • Wenn du keine deutsche Adresse, aber eine sehr gute Internet-Verbindung und einen technisch versierten FritzBox-Besitzer in Deutschland hast: VPN zu einer FritzBox.

Wenn dir die Vielzahl der Optionen zu unübersichtlich ist, stelle deine Frage als Kommentar und ich versuche, Dir Rat zu geben.

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